ÜBERSICHT

Lokales
09.09.2019
Anuschka feiert Premiere
Beim Kartoffelfest der Bürgerinitiative Lebenswertes Neuhof gibt es vielerlei aus der beliebten Knolle

Von Hendrik Jung

NEUHOF. Kinderlachen und der Duft von Kartoffelpuffern ist das erste, was man vom jährlichen Kartoffelfest der Bürgerinitiative Lebenswertes Neuhof (BLN) wahrnimmt. Wenn man sich dem bestens besuchten Platz vor dem Alten Feuerwehrgerätehaus weiter nähert, mischt sich der würzige Geruch von Raclette-Käse dazu.

Pommes frites aus Marabella-Kartoffeln

Erstmals gehören aus Neuhof stammende Anuschka-Kartoffeln zum Angebot, die mit einem frisch geschmolzenen Greyerzer aus der Schweiz serviert werden. „Der passt viel besser zu Kartoffeln als zu Brot“, findet Lothar Ringleb, der die Zubereitung übernimmt. Dennoch muss das Angebot erst noch bekannt werden, denn während sich bei den aus Marabella-Kartoffeln frisch zubereiteten Pommes frites und den Kartoffelpuffern lange Schlangen bilden, bekommt man das neue Gericht schnell auf den Teller.

„Eigentlich wollte ich mit meiner Frau Pommes holen, aber dann ist mir der kräftige Duft in die Nase gestiegen“, erläutert Frederic Blasche, warum er sich für die mit Schale servierten Pellkartoffeln und den Käse entschieden hat. Für den zweijährigen Sohn Paul sind trotzdem Pommes frites geholt worden und auch eine Portion Kartoffelpuffer teilt sich die Familie noch. „Man muss sich ja mal durchprobieren“, findet Sabrina Blasche.

Die Gelegenheit dazu bietet sich auch im Alten Feuerwehrgerätehaus, in dem ein buntes Buffet mit Kartoffelspezialitäten aus aller Welt zusammengestellt ist. Ob spanische Tortilla, griechisches Moussaka oder französisches Gratin. Ob japanische Suppe, indisches Curry oder Süßkartoffel-Salat: Alles findet hier seine Fans.

Am Buffet sind aber auch heimische Spezialitäten zu finden, wie der süddeutsche Kartoffelkuchen Datscher, hessischer Lohplatz oder das regionale Auflaufrezept Schalet. „Wir haben Pellkartoffeln mit Leinöl mitgebracht. Ein Rezept meiner Mutter aus der Altmark. Das habe ich in meiner Kindheit oft gegessen“, berichtet Hans-Georg Lilge. Andere steuern eigene Kreationen bei. „Kartoffeln haben zwar Eigengeschmack, aber nicht so viel Würze“, findet Annette Forst-Back. Darum verleihe sie ihrer Kartoffelsuppe durch Ingwer, Chili und Garam Masala eine scharfe Note. Obwohl sie bereits seit 1972 in Neuhof lebt, ist sie mit Ehemann Jochen erst vor kurzem Mitglied der Bürgerinitiative geworden und beteiligt sich erstmals mit einem Gericht am Kartoffelfest. Auch im Vereinsvorstand gibt es frische Kräfte. „Seit Anfang des Jahres sind wir vier neue Leute und müssen uns erst mal finden“, erklärt die Vorsitzende Sabine Seidel.

Es gebe zwar neue Ideen, wie ein Sommerfest mit Kinderflohmarkt, doch müsse man sehen, ob sie organisatorisch machbar seien. Kritisch verfolgen wolle man die Entwicklung der Baugebiete „Weher Acker“ und „Eselsbrücke“. Schließlich gehöre die Erhaltung der Lebensqualität in Neuhof zu den wichtigsten Zielen der Bürgerinitiative.

Lange Schlangen vor den Kartoffelpuffern

Unterstützung erhält der Verein beim Kartoffelfest von der Jugendfeuerwehr. Die zwei Mädchen und acht Jungs verkaufen die von ihren Betreuern gebackenen Kartoffelpuffer zugunsten der BLN, deren Teig von „Puffer-Christel“ Glöckner zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt wird. „Es macht Spaß, die Leute zu bedienen“, findet der 13-jährige Jugendsprecher Joshi. „Anderen zu helfen, macht immer Spaß, auch heute“, ergänzt der 15-jährige Noah. Denn ihre freitägliche Übungsstunde läuft an diesem Tag mal ganz anders ab als gewohnt. Für Jugendwart Manuel Niedlich ergibt sich die Chance, die zahlreich erschienenen Kinder auf das Angebot der Jugendwehr aufmerksam zu machen.

KELTERFEST

Auch im kommenden Monat veranstaltet die Bürgerinitiative Lebenswertes Neuhof am ersten Freitag des Monats ein Fest. Am 4. Oktober werden beim Kelterfest von 15 Uhr an Äpfel auf dem Platz vor dem Alten Feuerwehrgerätehaus zu frischem Most verarbeitet.

Weitere Informationen auf www.bln-neuhof.de.