ÜBERSICHT

VRM
22. 08. 2018
Ge­rüs­tet für den Not­fall
HEI­NE­MANN-SCHU­LE Vor­aus­set­zun­gen für neu­en Sa­ni­täts­dienst sind ge­schaf­fen / Aus­bil­dung bei den Mal­te­sern

Von Na­ta­lia Schmidt

RÜS­SELS­HEIM. Die er­ste Be­reit­schaft des neu­en Schul­sa­ni­täts­diens­tes an der Gus­tav-Hei­ne­mann-Schu­le über­nah­men An­to­nia El­fin­ger und Ozan-Leon Yur­da­kul, bei­de aus der Q 3-Pha­se des Gym­na­si­ums in Rüs­sels­heim. Die 18- und der 20-Jäh­ri­ge hat­ten vom ver­gan­ge­nen Don­ners­tag bis Sonn­tag ei­ne ganz­tä­gi­ge Aus­bil­dung als Schul­sa­ni­tä­ter beim Mal­te­ser Hilfs­dienst ab­sol­viert und sind nun ge­rüs­tet für al­le Fäl­le. „Wir wis­sen jetzt ge­nau Be­scheid, was wir im Not­fall zu tun ha­ben“, er­zähl­ten die bei­den im An­schluss an die Über­ga­be der Zer­ti­fi­ka­te vor der Schu­le im klei­nen Sa­ni­täts­raum im Erd­ge­schoss.

Sprin­ger über­nimmt die Ruf­be­reit­schaft

Zu­sätz­lich er­hiel­ten wei­te­re 19 Schü­ler­in­nen und Schü­ler ei­nen „Not­fall­be­glei­ter“ – ein klei­nes Nach­schlag­ewerk, in dem noch­mals vie­le klein­ere und grö­ße­re Ver­let­zun­gen, die im Schul­be­trieb vor­kom­men kön­nen, de­tail­liert be­schrie­ben sind und auf ei­nen Blick die nö­ti­gen Be­hand­lungs­maß­nah­men auf­zei­gen. „Wir sind im­mer zu dritt ein­ge­teilt“, in­for­mier­ten die bei­den. „Je­weils ei­ne Schü­le­rin und ein Schü­ler sind ak­tiv, ein Sprin­ger in Ruf­be­reit­schaft und ab mor­gens über ein Han­dy zu er­rei­chen.“

Man wäh­le die Raum­num­mer des Sa­ni­täts­diens­tes und von dort aus wer­de der Ruf wei­ter­ge­lei­tet. Wer ge­ra­de im Be­sitz des Not­fall­han­dys sei, in­for­mie­re dann sei­nen Be­reit­schafts­kol­le­gen und ma­che sich schnell­stens auf den Weg zum Un­fal­lort. „Der an­de­re holt den Ruck­sack, in dem vom Ver­bands­ma­te­ri­al bis zum Beat­mungs­beu­tel oder Stet­hos­kop al­les drin ist.“

„Wir ha­ben in den vier Ta­gen ge­lernt, wie man Si­tua­tio­nen ent­schärft“, wei­sen bei­de auf die psy­cho­lo­gi­sche Sei­te von Un­fäl­len hin. „Soll­te sich je­mand schwer ver­let­zen, müs­sen wir ‚Gaf­fer' weg­schi­cken, um den Pa­ti­en­ten zu schüt­zen, ihm Luft ver­schaf­fen.“ Dees­ka­la­ti­on sei ge­nau­so The­ma ge­we­sen wie die Be­treu­ung ei­nes As­thma-Pa­ti­en­ten. „Hier müs­sen wir A­tem­hil­fe leis­ten, wenn das As­thma­spray zum Bei­spiel leer ist“, be­rich­tet Yur­da­kul vom so­ge­nann­ten Kut­scher­sitz. „Man muss ver­su­chen, dem Pa­ti­en­ten die Pa­nik zu neh­men.“ Ne­ben ganz prak­ti­schen An­wen­dun­gen obliegt den „Dienst­ha­ben­den“ aber auch der Pa­pier­kram und sorg­fäl­ti­ge Buch­füh­rung, oh­ne die es nicht geht.

Wäh­rend der Erst­ver­sor­gung des Pa­ti­en­ten, was zum Bei­spiel im Sport- oder Che­mie­un­ter­richt der Fall sein könn­te, müs­sen sie gleich­zei­tig ent­schei­den, ob et­wa El­tern be­nach­rich­tigt oder gar ein Ret­tungs­wa­gen ge­holt wer­den müs­se. Über den Com­pu­ter dür­fen sie auch Ta­xi­fahr­ten or­ga­ni­sie­ren. „Mit die­ser fun­dier­ten Aus­bil­dung, die über den Er­ste-Hil­fe-Kurs für den Füh­rer­schein weit hin­aus­geht, könn­ten wir uns bei­de vor­stel­len, im näch­sten Jahr mit den Mal­te­sern bei der Kerb in Rüs­sels­heim mit­zu­lau­fen“, sag­ten El­fin­ger und Yur­da­kul.

ER­GÄN­ZUNG

Als gu­te Er­gän­zung zum Port­fo­lio der Schü­ler se­hen so­wohl Rek­to­rin Kers­tin Hor­cher-Mül­ler und der Ini­ti­ator des Schul­sa­ni­täts­diens­tes, Se­bas­ti­an Wil­helm (MINT-Be­reich), die Aus­bil­dung der eh­ren­amt­lich ar­bei­ten­den Schul­sa­ni­tä­ter. In der hie­si­gen Schul­land­schaft ha­be eben­falls das Kant­gym­na­si­um ein sol­ches An­ge­bot , so Dan­ny Schle­gel, Stadt­be­auf­trag­ter der Mal­te­ser Rüs­sels­heim. (nat)